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Müritz-Natinalpark

21.07.2010 von Thomas | Keine Kommentare »

Auf halbem Weg zwischen Berlin und Rostock erstreckt sich über eine Gesamtfläche von 322 km² der Müritz-Nationalpark. Als Teil der Mecklenburgischen Seenplatte gewährt er einen eindrucksvollen Einblick in Landschaft und Natur dieser von Binnengewässern geprägten Region. Verstreut über den Nationalpark liegen über 100 Seen mit einer Größe von jeweils mehr als einem Hektar sowie eine Vielzahl an kleineren Gewässern. Zusammengenommen nehmen Seen und Moore über 20% der Gesamtfläche des Schutzgebietes ein. Auch der mit 117 km² größte See Norddeutschlands liegt teilweise im Nationalpark und verhilft diesem sogar zu seinem Namen – die Müritz.

Die zahlreichen Seen gehen auf die letzte Eiszeit zurück und haben ein sehr unterschiedliches Gepräge. So gibt es kalkreiche Quellseen mit besonders klarem Wasser, ebenso wie von Grundwasser oder Flüssen durchströmte Seen, die dank höherem Nährstoffgehalt mehr Algen und damit trüberes Wasser aufweisen. Dazu gesellen sich noch Wald- und Moorseen, bei denen gelöste Huminstoffe das Wasser braun färben. Mit den Unterschieden beim Wasser geht jeweils eine eigene Tier- und Pflanzenwelt einher. Im Müritz-Nationalpark liegt auch das Quellgebiet der Havel samt ihrem eine ganze Reihe von Seen durchströmenden Oberlauf.

Diesem Gewässerreichtum und der dünnen Besiedlung mit 53 Einwohnern/km² ist es zu verdanken, dass sich hier mit 20 Paaren das größte Brutgebiet des Fischadlers auf deutschem Boden befindet. Als Zugvögel weilen sie nur von März bis Oktober im Nationalpark, um dort zu brüten und auf Fischjagd zu gehen. Dabei lassen sie sich von einigen Vogelwarten aus gut beobachten. Die ebenfalls ansässigen Seeadler bleiben zwar ganzjährig vor Ort, sind aber wegen ihrer Nistplätze in den Tiefen der Wälder etwas seltener zu sichten. Dafür kann man die vielen tausend Kraniche, die im Herbst (v.a. Oktober) das Gebiet als Zwischenstation auf dem Weg in ihre Winterquartiere nutzen, kaum übersehen oder überhören. Neben weiteren seltenen Vogelarten wie etwa die Rohrdommel gibt es im Park auch Fischotter und die Sumpfschildkröte hat hier ihr nördlichstes Verbreitungsgebiet.

Etwa 75% des Schutzgebietes sind von Waldflächen bedeckt, die zu drei Vierteln aus Kiefern bestehen. Im Teilgebiet Serrahn hingegen finden sich noch urtümliche Buchenbestände, die seit annähernd anderthalb Jahrhunderten unberührt geblieben sind und einen Eindruck von jenen Buchenwäldern vermitteln, die für Mitteleuropa ohne den Eingriff des Menschen typisch wären. Zur Brunftzeit im September und Oktober schallt hier weiterhin das Röhren der Rothirsche durch die Wälder, wohingegen diese größten wildlebenden Säugetiere Deutschlands an vielen andern Orten der Bundesrepublik selten geworden sind.

Der Müritz-Nationalpark lässt sich auf Wanderungen, ebenso wie auf Kutschfahrten oder vom Kanu aus erleben. Zudem gibt es auch von Park-Rangern geführte Touren und ein naturkundliches Museum über die Seen der Region. Von Ferienhäusern über Jugendherbergen und Ökö-Bauernhöfe bis hin zu einem herrschaftlichen Romantikhotel reichen die Unterbringungsmöglichkeiten am Rande des Nationalparks, so dass sich für jeden Geschmack sowie jeden Geldbeutel eine passende Unterkunft finden lassen dürfte. Einem entspannten Urlaub in unberührter Natur sollte also nichts im Wege stehen.

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